‚Zwischen den Zeiten‘

Mal gestern, mal heute und hin und wieder auch vorgestern… Genau so ist dieses neue HLG-Buch angelegt – ein Wechsel ‚zwischen den Zeiten‘ eben!

Das Buch ‚Zwischen den Zeiten‘ ist gegen eine Schutzgebühr von 25 Euro im Schulbüro erhätlich – und beim Weihnachtsbasar…

In einer Schule, die mehr als 100 Jahre alt ist, wird einem manchmal bewusst, dass vieles, was man regelmäßig nutzt, schon seit vielen Jahrzehnten in dieser oder ähnlicher Form existiert: Treppenhaus, Handläufe, Klassenräume, Schulhof, Turnhalle; einiges unverändert, einiges mit der Zeit gegangen. […] Andererseits erscheint einem heute vieles selbstverständlich und war doch nicht immer so: Raumausstattung, Menschen, politische Gesinnung oder eben einfach die Kleidung. […]
Wenn das von Albert Erbe gebaute und 1910 eingeweihte Schulhaus aus seinem Leben erzählen könnte… wir würden unendlich viel Spannendes aus der (schul)politischen und gesellschaftlichen Historie im 20. Jahrhundert erfahren: vom Kaiserreich, das die Anfänge der Oberrealschule an der Hansastraße bestimmte, die demokratischen ‚Lauflern-Versuche‘ nach dem Ersten Weltkrieg, die Orientierung an Helene Langes moderner Frauenpolitik und die unsägliche Zeit des Nationalsozialismus mit seinen rassistischen Auswüchsen, der jeden Fortschritt mit einem Wisch wieder zunichte machte, mühsames Wiedererwachen nach dem Zweiten Weltkrieg und neues Denken in der jungen Bundesrepublik mit wachsender Globalisierung und Weltoffenheit

Da das Haus selbst aber eben nicht erzählen kann, haben wir diese Aufgabe übernommen. Wir lassen Bilder sprechen, Bilder von vorgestern, gestern und heute. In fünf Kapiteln stellen wir anhand von Fotos historische Eindrücke der Aktualität des 21. Jahrhunderts gegenüber und möchten so die Beobachtung und Wahrnehmung des scheinbar Alltäglichen schärfen. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer wird es so möglich, bewusster durch ‚ihre‘ Schule zu gehen, vieles noch mehr kennen und vielleicht auch schätzen zu lernen und sich vor allem mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

Zahlreiche Archiv-Fotos – sortiert nach den Kapiteln ‚Gebäude‘, ‚Räume‘, ‚Menschen‘, ‚Inhalte‘ und ‚Umfeld‘ – spiegeln das Gestern wider und die Motive und Perspektiven sind dem Heute zugeordnet und fordern so vom Betrachter den Vergleich ‚zwischen den Zeiten‘. Jahresberichte, Festschriften, private Aufzeichnungen, Hamburger Adressbücher, Fachliteratur und schuleigenes Archivmaterial lieferten uns die Quellen für die begleitenden Texte. […]

Auf dem Weg zur Fertigstellung dieses Buches ergaben sich die unterschiedlichsten Wahrnehmungen. Manche Fotos überraschen oder erfordern ganz genaues Hinsehen, da die Unterschiede nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, eher marginal sind bzw. im Detail stecken. […] Mit diesem Buch, das vom Ehemaligenverein des HLG großzügig unterstützt wurde, wollen wir anregen, sich mit Geschichte – sowohl der ‚großen‘ als auch der schulischen Ge-schichte – auseinanderzusetzen; wir wollen motivieren, an der einen oder anderen Stelle weiter zu forschen, in die Tiefe zu gehen, mehr herauszubekommen. Dies kann sicher im Unterricht geschehen oder aber auch aus rein persönlichem Interesse.

Geschichte formt die Gegenwart, Geschichte steht niemals still!

Bewegen wir uns also ‚zwischen den Zeiten‘, lassen wir uns ein auf das Leben in und mit dem Helene-Lange-Gymnasium zwischen 1910 und 2023 und vielleicht wagen manche bei dieser Betrachtung auch einen Ausblick in die Zukunft der nächsten Jahrzehnte?! Geschichte formt die Gegenwart, Geschichte steht niemals still!

Babette Radtke

Hier ein paar Impressionen aus dem Buch:

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  • Wer war Marion Werner?

    Wer war Marion Werner?

    Marion Werner wurde 1923 geboren, war Schülerin des HLG und wurde 1941 nach Lodz deportiert und 1942 im Konzentrationslager Chelmno ermordet.

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  • ‚Sie saßen an einem Tisch‘

    ‚Sie saßen an einem Tisch‘

    Unsere Idee hat funktioniert! Wir waren gespannt, wie groß das Interesse an der Ausstellung sein mochte und wie die Besucherinnen und Besucher mit unserem ‚Schilderwald‘ umgehen.

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  • ‚Sie saßen an einem Tisch‘

    ‚Sie saßen an einem Tisch‘

    – Lehrkräfte des Helene-Lange-Gymnasiums unter den Nationalsozialisten – Am 23. Januar 2024, 15 Uhr, stellen wir in der Aula des HLG ein Projekt für den Geschichtsunterricht vor.

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