„Jugend in Bewegung“ – Podiumsdiskussion am Tag der Deutschen Einheit

Im Rahmen der Festivitäten vom Tag der Deutschen Einheit erhalten jedes Jahr einige Schüler*innen die Möglichkeit, mit ausgewählten Ministerpräsidenteninnen und -präsidenten einzelner Bundesländer über politisch aktuelle Themen zu diskutieren. Unsere Schule wurde wegen der Stellung als UNESCO-Projektschule angefragt, eine(n) Schüler*In zu stellen und über Herrn Serbser, den Leiter der UNESCO-AG an der Oberstufe, habe ich die Chance bekommen, am 03.10.2019 mit dem Bürgermeister und damit gleichzeitig auch dem Ministerpräsidenten der Hansestadt Bremen, Andreas Bovenschulte (SPD), über das Thema „Jugend in Bewegung“ diskutieren zu können.

Gerade auch zu Zeiten der Fridays for Future-Bewegung ist dies natürlich ein relevantes Thema, zu dem mich persönlich die Meinung eines Politikers sehr interessiert hat. Gemeinsam mit Antonia aus Bremen sollte ich ihm also mal „auf den Zahn fühlen“, wie ernst er Jugendliche denn nehme und inwiefern er glaube, dass die FFF-Initiative mit dem von der großen Koalition neu eingeführten Klimapaket besänftigt sein würde.

Die Antworten waren typisch für die eines Politikers. Man fühlte sich verstanden und hatte das Gefühl die Frage sei damit beantwortet, aber im Nachhinein blieben wenig wirklich klare Aussagen hängen. Auf die Frage nach dem Klimapaket antwortete der Bürgermeister, dass man auch nicht zu viel fordern solle und es auch einen Punkt gebe, an dem man sich mit dem Erreichten zufriedengeben müsse. Allerdings sprach er sich in allen Punkten für die Beteiligung der Jugendlichen in der Politik aus und unterstütze seiner Aussage nach auch seine Kinder bei der Beteiligung an Fridays for Future-Demonstrationen. Nach meinem Vorwurf, dass auch die umständliche Sprache der Politiker oft Jugendliche und Kinder abschrecke und langweile, stimmte er mir auch zu, forderte dann allerdings alle Interessierten auf, die Politiker erinnern zu müssen, eine einfachere Sprache zu verwenden. Er sieht es also anscheinend nicht als Aufgabe der Politik, sich darum zu kümmern, für alle verständlich zu sein. Auch was die Klimavorsätze Bremens von 2009 angeht, musste er erhebliche Defizite eingestehen, die zum Nicht-Erreichen dieser Ziele führen werden. Das war angesichts der Lage auf Bundesebene allerdings nicht wirklich überraschend.

Die sehr ausführlichen Antworten von Herrn Bovenschulte und die Moderation verhinderten leider aber das Entfalten einer „richtigen“ Diskussion und die Veranstaltung artete in ein Frage-Antwort-Spiel aus. Das lag allerdings teilweise auch einfach daran, dass Antonia und ich beide auch nervös waren und gerne all unsere Fragen stellen wollten.

Insgesamt bin ich sehr glücklich, dass ich diese Erfahrung machen konnte und würde mich auch wieder bereitstellen. Wünschen würde ich mir, dass sich die Politiker beim nächsten Tag der Deutschen Einheit vielleicht etwas mehr Zeit für die Schüler nehmen würden, so dass dadurch dann vielleicht auch durch eine entspanntere Atmosphäre ein richtiges Gespräch entstehen kann.

Henk Tönsing (S3)

Die Diskussionsrunde mit Henk Tönsing (rechts)

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