Tansania

„Karibuni heißt Willkommen!“

Die Schulpartnerschaft mit der Kiluvya Secondary School in Dar es Salaam (Tansania)Kiluvya Wappen - Kopie

Im September 2008 wurde anlässlich des Besuchs einer tansanischen Lehrer-/Schüler-Delegation eine Schulpartnerschaftsvereinbarung zwischen der Kiluvya Secondary School in Dar es Salaam und dem HLG unterzeichnet, in der beide Seiten vereinbaren, einen regelmäßigen Austausch durchzuführen, die Partnerschaft in den Unterricht zu integrieren und so voneinander zu lernen.

partnerschaftsurkunde hlg-tansaniaMittlerweile konnten sich mehrere deutsche und tansanische Reisegruppen jeweils vor Ort ein Bild von der Schule, vom Unterricht, von der Kultur und – dank eines Aufenthalts in Gastfamilien – auch von den alltäglichen Lebensumständen machen. Im Mittelpunkt der Begegnungen steht immer ein Projekt, beispielsweise ein Theaterworkshop, ein Zeitungsworkshop oder eine Pflanzaktion. Etliche weitere Unternehmungen waren für alle eine große Bereicherung und so bildet diese Schulpartnerschaft einen weiteren Baustein in der umfangreichen UNESCO-Arbeit des HLG.

Da Hamburg und Dar es Salaam seit 2010 durch eine Städtepartnerschaft mit einander verbunden sind, fördern die Stadt Hamburg (Senatskanzlei) und die Schulbehörde (BSB) regelmäßig unsere Begegnungsreisen.

Darüber hinaus unterstützen wir mit Hilfe der Erlöse aus dem Weihnachtsbasar die KSSkiluvya bei der Finanzierung von Schulbüchern und eines Internetanschlusses.

Jörn Serbser

Weitere Informationen zur Schulpartnerschaft: Karibuni heißt Willkommen – Konzept Partnerschaft

Weitere Informationen zur Städtepartnerschaft: http://www.hamburg.de/dar-es-salaam/


Schülerbericht: HLG goes Kiluvya (2016)

Seit 10 Monaten hatten wir uns auf zahlreichen Einzeltreffen und auf einem ganzen Seminarwochenende auf diese Reise vorbereitet, sogar etwas Kisuaheli gelernt, und nun war es endlich soweit: Am 5. Oktober startete unsere Reisegruppe um 5 Uhr morgens vom Hamburger Flughafen nach Dar es Salaam in Tansania. Zwar noch etwas müde, aber voller Vorfreude machten wir – 10 Schülerinnen und Schüler aus dem 10. und 11. Jahrgang und unsere beiden begleitenden Lehrkräfte, Herr Serbser und Frau Volland – uns auf zum Schüleraustausch mit der Kiluvya Secondary School. Nach 15 Stunden Reise wurden wir in Dar es Salaam von Lehrern abgeholt und ins Hotel direkt neben der Schule gebracht.

In den folgenden Tagen arbeiteten wir mit den Schülerinnen und Schülern aus dem Unesco-Club am Projektthema Müll / „Re(d)use it!“. Abschließend wurden die Projekttage in deutsch-tansanischen Teams zusammengefasst:

„Trash – re(d)use it!“
by Witness, Jacqueline, Neema, Lea-Maria

We met Friday morning in the UNESCO room, German students and Kiluvya Unesco-Club students. There we were divided into six groups in order to discuss about different sub topics such as:

  • “What is waste?”
  • waste recycling
  • sources of waste
  • “How is waste treated and disposed off?”
  • effect of waste and poor waste disposal as well as group number six watched a film about the fish that eats microplastic in the sea and he later gets eaten by human beings

After finishing and discussing each group created a poster to present the findings to the other groups. We have learnt about different types of waste and where waste can be found, waste can be recycled and benefits of recycling waste, advantages and disadvantages of waste disposal, environmental effects, municipal, industrial, agricultural sources of waste. Group number six watched a film on the computer and told us about the effects of poor waste disposal in water bodies.

All in all it was a very informative day we could learn from each other and we got to know each other a bit better.

Trash collection
By Catherine, Sammy, Elias and Flemming

When we started to discuss what we could do about waste we decided that it would be nice if we could collect trash to make our environment cleaner and more attractive also we collect trash so as to abstain from diseases, moreover to show people how they can use waste as a product. All in all we wanted to set a sign, that everyone can initiate a change.

The students of KVSS and Helene Lange Gymnasium who are exchange students met to plan how to collect waste. And the plan was to walk around the school and sim    ply pick waste. We mostly collected plastics, metals and papers, and put them to the dustbins, also we used gloves so as to avoid bacterias. The trash we collected will be used for upcycling.

We think that the whole collecting process did not have such a big direct positive effect on the environment, because in such a short time we were not able to collect all the waste around. But we think that the action was an advertisement because we showed the others that they have to do something to protect the environment.

Upcycling Trash
(Jovin, Jesca, Good Luck, Chiara)

On the last day we continued with practical work on waste.
The first group was producing something useful: key holders. Therefore they used different materials which included a hammer, nails, bottle lits, a flat stone and a piece of a cartbox.

The second group was producing something beautiful: a trash giraffe. Therefore they used all kinds of trash materials: bottles, plastic bags which were filled with waste, and tape.

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Zwischendurch haben wir Ausflüge gemacht, etwa in die Innenstadt, zu einem paradiesischen Strand oder auch – passend zum Projektthema – zu einer Mülldeponie. Dort engagiert sich die Stadt Hamburg im Rahmen der bestehenden Städtepartnerschaft für eine bessere Abdichtung der Deponie nach unten und oben und für alternative Formen der Müllverarbeitung.

Außerdem haben wir einzeln oder zu zweit vier Tage in Gastfamilien verbracht, was eine großartige Erfahrung, aber auch eine Herausforderung war. Die Familien haben uns sehr herzlich empfangen, uns mit tansanischem Essen bekocht und wir bekamen einen kleinen Einblick in die Alltagskultur.

Zum Abschluss sind wir gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern aus dem Unesco-Club auf Safari gefahren, wo wir Elefanten, Giraffen, Zebras und noch viele weitere Tiere und die Natur bewundern konnten.

Dann war es auch schon an der Zeit, „Asante“ (Danke) und „Kwa heri“ (Tschüß) zu sagen und uns mit Tränen in den Augen von unseren neu gewonnenen Freunden zu verabschieden, mit denen wir großartige zweieinhalb Wochen verbracht haben. Nächstes Jahr wird eine Lehrer-Schüler-Delegation von der Kiluvya Secondary School das HLG besuchen, sodass wir ihnen auch unser Leben zeigen können. Hoffentlich werden sie hier auch so ein tolle Zeit verbringen, wie wir in Dar es Salaam, denn für uns wird die Reise unvergesslich bleiben! Daher wollen wir uns zum Abschluss auch noch einmal bei Frau Volland und Herrn Serbser bedanken, ohne die diese Reise nicht möglich gewesen wäre!

Von Chiara (10b) und Carlotta (S1)

Die Reise wurde ermöglicht durch großzügige finanzielle Unterstützung im Rahmen des ENSA-Programms und durch die Stadt Hamburg (BSB/Senatskanzlei) – herzlichen Dank!

Schülerbericht: HLG goes Kiluvya (2016) – Vorbereitungsseminar in Hoisdorf

img1463Im kommenden Herbst werden zehn Schülerinnen und Schüler unserer Schule einen Austausch nach Tansania, zu unserer Partnerschule, machen. Unser Projektthema lautet: „Trash – re(d)use it!“ Wir werden uns also im weiteren Sinne mit Müll beschäftigen. Dafür waren wir zusammen mit den begleitenden Lehrern,img1485 Frau Volland und Herrn Serbser, ein Wochenende lang in einem reetgedeckten Schullandheim in Hoisdorf bei Hamburg. Hier haben wir an einem Vorbereitungsseminar mit zwei Seminarleitern, Kerstin und Erbin von der ENSA-Organisation, teilgenommen, in dem wir unter anderem über die gemeinsame Kolonialgeschichte Tansanias und Deutschlands und unsere Erwartungen an die Reise gesprochen haben. Darüber hinaus haben wir viele Gruppenübungen gemacht. Nun freuen wir uns sehr auf die Reise und können es kaum erwarten, unsere Gastschülerinnen und Gastschüler in Dar es Salaam kennenzulernen!

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Carlotta (S1) und Chiara (10b)



2016 – Gemeinsam neue Wege am Smartphone beschreiten: „Kawaida’s Journey – A Tanzania Cultural Game App”

Serbser Begrüßung (3)„Mambo vipi?“ „Poa!“ Diese Kisuaheli-Begrüßung und -Antwort lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem Tansania App-Workshop ganz nebenbei. In Zusammenarbeit mit der Projektgruppe „Kawaida’s Journey – A Tanzania Cultural Game App“ passierte aber noch viel mehr: Die Schüler/innen aus verschiedenen Jahrgängen konnten einen ganzen Tag lang einen unmittelbaren Einblick in die professionelle Spieleentwicklung bekommen und direkt an der Entstehung einer deutsch-tansanischen Smartphone-App mitwirken.

Erwin Madaha, ein tansanischer Programmierer, vermittelte zunächst durch eine Power-Point-7 Testing 4 ervinPräsentation und etliche Bilder einen Einblick in die tansanische Lebenswelt und Swahili-Kultur. Dabei ging er insbesondere auf sozio-geografischen Merkmale und Besonderheiten der Insel Sansibar und der Metropole Dar es Salaam ein. Die angesprochenen Themenfelder reichten dabei von Essgewohnheiten, öffentlichen Verkehrsmitteln und typischen Kleidungen über Kleinunternehmertum, Fußballbegeisterung und selbst gebastelte Spielzeuge bis zum aktuellen „Mobile Boom“ (die rasante Verbreitung und Nutzung von Smartphones und mobilem Internet in Tansania).

IMG_5425Damit war der Bogen gespannt zu den Referenten Torge Rothe, Jelena Haeschke und Kolja Bopp. Sie erläuterten die Themengebiete „Character Design/ Illustration“, „Level Design“ und „Game Programming“. Dabei gaben sie einen Einblick in die persönliche Laufbahn. Die Schüler/innen konnten anschließend eine der drei Sessions frei nach ihrem Interesse wählen.

Zum Schluss wurden die Ergebnisse vorgeführt und auch gleich getestet. Alle bekamen die „Workshop-Game“-Version als LapTop- oder Smartphone-Anwendung überspielt.

Hervorzuheben ist das riesengroße Engagement der Entwicklungsgruppe um „Kawaida´s Journey“ – herzlichen Dank für diesen Einblick in ein innovatives Projekt!

Jörn Serbser/Kolja Bopp

Genauere Informationen zum Projekt: http://www.kawaidasjourney.de/

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Kiluvya goes HLG (2014)

Tansania Gegenbesuch Dar es Salaam-PlatzDer thematische Schwerpunkt dieser Besuchsreise lag beim Thema Klimagerechtigkeit. Zudem bettete sich der Besuch in eine „Woche der Städtepartnerschaft/Week of Partnership“ ein, mit der die seit 2010 bestehende Verbindung zwischen Hamburg und Dar es Salaam in Dutzenden von Veranstaltungen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden sollte.

Schülerbericht:

Am Freitag, den 19. September 2014, stiegen sechs aufgeregte und erschöpfte, aber auch glückliche tansanische Schüler und zwei tansanische Lehrer der Kiluvya Secondary School in Dar es Salaam, der Partnerschule des HLGs, in Hamburg aus dem Flugzeug, um bei uns zu wohnen und an dem Austausch von tansanischer Seite teilzunehmen. Am Freitagabend fand gleich ein Empfang im Hamburger Rathaus statt, mit etwa 100 aus Dar es Salaam angereisten Personen und den dazugehörigen Hamburger Partnern, um die Woche der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Dar es Salaam gemeinsam zu eröffnen. Unsere Gastschüler waren nach dem langen Flug sehr müde und sind direkt nach dem Besuch im Rathaus ins Bett gefallen. Deshalb begann der nächste Tag auch erst am Nachmittag mit einem gemeinsamen Picknicken an der Elbe – das Wetter spielte mit! Darauf folgte die nächsten Tage ein Tansania Gegenbesuch Tanzworkshop 3sehr straffes Programm mit Workshops, unter anderem zu dem Thema Uranabbau in Tansania, aber auch ein Konzert von Mzungu Kichaa, einem dänischen Bongo Flava-Musiker, der in Tansania aufwuchs. Nach der Begrüßung in der Schule fand ein gemeinsamer Workshop zu dem Thema Klimagerechtigkeit in der Schule statt. Zusammen mit den UNESCO-Beauftragten der Mittelstufe konnten wir über verschiedene Probleme nachdenken und Lösungsansätze diskutieren. Nachmittags haben wir uns als Gruppe getroffen und den Tansaniern Hamburg gezeigt. Hamburg gefällt allen sehr. Die Infrastruktur ist bemerkenswert, alles ist neu und anders, aber irgendwie doch ein bisschen kalt. Obwohl es in Tansania schöne Nationalparks gibt, waren unsere sechs Freunde vom Nachmittag in Hagenbecks Tierpark begeistert. Eisbären gibt es im Süden schließlich selten.

Als wir uns dann von den anderen Teilnehmern der Partnerschaftswoche am Dar es Salaam-Platz in der Hafencity singend und tanzend verabschiedet haben, war unsere gemeinsame Zeit zum Glück noch nicht vorbei. Dafür war die zweite Woche programmtechnisch sehr viel entspannter. Elisabeth, Maria, Winnie, Onasis, David und Evarist waren begeistert von unserem Unterrichtssystem, das sich stark vom tansanischen unterscheidet. Gruppenarbeitsphasen und angeregte Diskussionen haben ihnen sehr gefallen – das Problem: Viele Fächer finden auf Deutsch statt. Trotzdem haben sie sich sehr über die freundlichen und interessierten Schüler gefreut.

Zum Abschied nahmen wir noch an den Feierlichkeiten zum dritten Oktober in Hannover teil. Dort bereiteten wir in einem Workshop einen Stand (und selbstverständlich einen Tanz) vor, um auf der Messe zum Tag der deutschen Einheit Nord-Süd Partnerschaften und Austausch Programme zu präsentieren – und das bei 25 Grad und Sonne, also schon mit einem kleinen Vorgeschmack auf Zuhause. Am nächsten Morgen hieß es dann leider auch schon „Kwaheri“ und Tschüß: Nach einem letzten gemeinsam angestimmten Lied begaben sich acht Menschen, mit denen wir zwei wunderschöne Wochen verbracht haben, auf den Weg in ein ganz anderes Leben.

Hadley Heine und Moritz Thömen

Programm der Partnerschaftswoche: Program_Flyer-1

Fernsehbericht bei RTL Nord: http://rtlnord.de/nachrichten/austauschprogramm.html


 

„Nyumbani – Heimat“ – eine deutsch-tansanische Theaterproduktion am HLG (2013)

DSCF5328Afrika-Europa, Tansania-Deutschland – das sind die Gegensatzpaare, die in der Theateraufführung „Nyumbani“ eine enorme Spannung und Dynamik entfalten. Zunächst sieht sich der wahrscheinlich weiße, europäische – und damit hegemoniale – und Zuschauer provoziert. Stumm fixieren „uns“ die tansanischen Darsteller, sodass „wir hier“ und „die dort“ stehen. Das Trennende wird so hervorgezerrt, ein Bekenntnis zu politischem Handeln eingefordert. Derart durcheinandergeschüttelt werden „wir“ in der nächsten Szene, gestützt von berührenden Gesangseinlagen, mitgenommen hin zu Grunderfahrungen von Menschsein, dem, was uns verbindet: Geburt, Aufwachsen, Erwachsenwerden, Träumen. In einzelnen videogestützten Episoden wird nun ein (Familien-) Geschichtenreigen mit autobiographischem Anstrich entfaltet, der in den Bann zieht. Auch komödiantische Elemente kommen jetzt zur Geltung, etwa, wenn ein gealtertes Paar sich über „die Jugend von Heute“ auslässt. Der Tonfall ist dem deutschen Zuhörer überraschend vertraut.

Einen starken Kontrast dazu bildet die Darstellung Hamburgs. Etwas klischeehaft wird das Leben in Europa/Deutschland/Hamburg als kalt, leer und herzlos dargestellt. Im materiellen Überfluss gibt es kein Verharren, die einzige Mitmenschlichkeit geht von einem Obdachlosen aus. Der tansanische Protagonist ist hin- und hergerissen zwischen seinen Erwartungen und der Realität, die er vorfindet. Hier werden parabelhaft globale Themen – Migration, Ungerechtigkeit, Ungleichheit – aufgezeigt, dabei aber auch erklärt und hergeleitet.

Im Schlussabschnitt tritt der Gegensatz in Tansania wieder stärker in den Vordergrund, wenn ein deutscher Regisseur mit seinen tansanischen Darstellern zusammentrifft und so das Erstellen des Theaterstücks zum Gegenstand der Bühnenhandlung wird. Auch hier wird die Schwierigkeit, sich „auf Augenhöhe“ zu begegnen, deutlich aufgezeigt, wenn es um den Aspekt Geld geht. Denn: Wer das Geld hat, hat die Macht. So hat die Theateraufführung vom großen Weltgeschehen bis hin zur „kleinen“ persönlichen Begegnung wunde Punkte aufgezeigt, die sich aber leider nicht wegwünschen lassen. Echte Partnerschaft sollte dies ertragen können – und kann vielleicht auch „heilend“ wirken.

Jörn Serbser


 

„Karibuni!“ heißt „Willkommen!“ (HLG goes Kiluvya, 2013)

„Karibuni Kiluvya!“ – so schallte es uns, 10 Schülerinnen und Schülern aus den Jahrgängen 8 bis 12 sowie Frau Matuschek und mir als begleitende Lehrkräfte am Julius Nyerere Airport in Dar es Salaam entgegen. Unsere Reisemüdigkeit war schnell abgeschüttelt, erleichtert fielen wir unserem Empfangskomitee in die Arme. Endlich, nach einem Jahr der Vorbereitung mit Referaten zur Landeskunde, Kisuaheli-Crashkurs und interkulturellen Rollenspielen, sind wir in Tansania angekommen, um die Kiluvya Secondary School zwei Wochen lang zu besuchen!

tansaniareise hlr 2013Zunächst kamen wir in einem Hostel unter, dessen Dachterrasse uns fortan als Basislager diente. Beim ersten Schulbesuch trafen wir dann auf vom Flughafen bereits vertraute Gesichter. Nach dem Austausch von Gastgeschenken und weiteren Kennenlerngelegenheiten arbeiteten wir zusammen mit den etwa 30 Schülerinnen und Schülern des Unesco-Clubs an unserem vereinbarten Projektthema „Planting for the future“. Erst ging es dabei eher theoretisch angelegt um Klimawandel und Klimaschutz. Die Idee kam auf, dass wir für unsere Flüge einen CO2-Ausgleich leisten sollten. Im Anschluss folgte ein praktischer Teil, der eine gemeinsame Bepflanzung eines Teils des Schulhofs vorsah. Zudem zogen wir nun in unsere Gastfamilien. Auch dort wurden wir wieder mit großer Freundlichkeit empfangen und hatten nun einige Tage Gelegenheit, ein wenig Alltag zu erleben. Die (An-) Spannung vor der ersten Übernachtung war groß, entsprechend auch der Mitteilungsdrang am nächsten Morgen in der Schule: Viele Themen, die anfangs abstrakte Theorie waren, wurden jetzt mit Leben gefüllt: Glaube, Familienstrukturen, Konzepte von Privatheit, Zeitauffassungen, Freizeitgestaltung etc. Letztlich waren alle glücklich über die Homestays und die dort gewonnenen intensiven Eindrücke. Neben der Feststellung, dass Vieles im tansanischen Alltag „anders“ läuft, wurde aber auch viel Verbindendes und Vertrautes in der Fremde identifiziert.

Einen besonderen Höhepunkt stellte ein Ausflug mit dem Unesco-Club nach Bagamoyo, einem Tansania FlyerUnesco-Weltkulturerbe, dar. Diese Exkursion wurde durch Weihnachtsbasargelder mitfinanziert. Darüber hinaus statteten wir die Schule auch in diesem Jahr wieder mit Büromaterialien und Schulbüchern aus. Abgerundet wurde unser Besuch an der Kiluvya Secondary School durch ein großes Fest bei Pili, einer der Lehrerinnen, bei dem alle am Austausch Beteiligten den ganzen Tag gemeinsamen kochten, um dann zu schlemmen und zu feiern – auch wenn bei den Abschiedsreden viele Tränen rollten.

So kehrten wir wehmütig, aber voller Eindrücke und auch verändert zurück. Jetzt freuen wir uns auf den vierten Gegenbesuch einer Lehrer-Schüler-Gruppe im Herbst 2014 am HLG – dann werden wir zum Thema „Mobilität“ arbeiten. Wir hoffen, so einen Beitrag zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen dem HLG und der Kiluvya Secondary School, aber auch zwischen den beiden Partnerstädten Dar es Salaam und Hamburg (ohne deren großzügige Förderung der Austausch kaum möglich wäre) zu leisten. Dann heißt es: „Karibuni HLG!“

Jörn Serbser

 

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